Unser Hilfskonzept

Rachel Schwarz Viele mit Enthusiasmus begonnene Entwicklungshilfepojekte scheitern am Unwissen der Beteiligten, bzw. am ungenügenden Verständnis im Hinblick auf die lokale afrikanische Mentalität und Denkweise. Daher haben wir neben Dr. Willi Ehret (ein erfahrener Entwicklungshelfer) auch Rachel Schwarz (die malawische Ehefrau von Bernhard Schwarz; siehe Bild links) mit ins Boot geholt. Mit Ihrem Verständnis für die afrikanische Denkweise, der Mentalität, den lokalen Traditionen, sowie den Landessprachen (Chichewa und Chitumbuka) sind Rachel und Willi bei der erfolgreichen Umsetzung unserer Projekte eine wichtige und sehr wertvolle Hilfe.

Mitglieder des 1. Chipunga Development Committees Gemäss dem in unserer Satzung verankerten Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe" wurden auf Chipunga 2 Exekutiv-Komitees gewählt:

Das HC (= Health Committee) erarbeitet Lösungen für das dringendste Problem, die schlechte medizinische Versorgung.

Das CDC (= Chipunga Development Committee) wirkt bei der Förderung der Schulbildung mit. Ferner erarbeitet und kontrolliert es die weiteren Projekte.

Den Komitees wurden unsere Förderrichtlinien und die Möglichkeiten der Umsetzung erläutert. Um zu vermeiden, dass wir missverstanden werden, haben wir die Richtlinien in die lokale Sprache Chitumbuka übersetzen lassen. Förderanträge werden in der Regel schriftlich bei uns eingereicht (siehe Archiv). Die Komitees sind, was die Umsetzung der Projekte anbelangt, dem Förderverein und den Menschen auf Chipunga gegenüber verantwortlich.

Meeting mit dem aktuellen Chair Mr. Dan Mthuti Der aktuelle Chair des CDC ist Mr. Dan Mthuti. Im Mai 2009 wurde die Mitgliederzahl des CDC auf 7 erhöht. Das vereinbarte Jahresbudget wird vom Förderverein auf ein Konto bei der Malawi Savings Bank einbezahlt und durch das CDC mit gutem Erfolg komplett selber verwaltet. Neu- bzw. Abwahl von Mitgliedern erfolgt jährlich etwa um den Jahreswechsel.

Bilderserie über das CDC/HC

Seitenanfang


Unsere Projekte

Projekt #01: Schulgebühren

Erstattung von Schulgeld In Malawi werden an weiterführenden Schulen (ab Secondary Level) Schulgebühren erhoben. Die Gebühr ist abhängig von der Qualität der Schule. Gute Lehrer und gute Schulen sind teurer.

75% der Schulgebühr werden von uns erstattet. So können die Eltern wenigstens ein Kind auch auf eine gute weiterführende Schule schicken. Momentan ist unsere Förderung auf 1 Kind pro Familie beschränkt. Die Kinder werden vom CDC ausgesucht, jedoch bei schlechten schulischen Leistungen wieder aus der Förderung genommen. Falls innerhalb einer Familie ein 2. Kind gefördert werden soll, sollte dies ein Mädchen sein. Langfristig soll sich der Mädchenanteil erhöhen. Im Augenblick fördern wir 20 Kinder mit € 60,- pro Jahr.

Leider wird es immer schwieriger gute Schüler zu finden (das CDC sucht nur Kinder aus, bei denen es Sinn macht sie auf eine weiterführende Schule zu schicken). Deshalb haben wir uns entschlossen das Übel an der Wurzel zu packen und die Grundschulbildung auf Chipunga zu verbessern (Details siehe Projekt #15: Erweiterung Grundschule). Wir hoffen, dass sich durch diese Maßnahme in ein paar Jahren deutlich mehr Grundschüler anhand eines guten Schulabschlusses für eine weiterführende Schule qualifizieren werden.

Seitenanfang


Projekt #02: Krankheitskosten

Bein gebrochen Ärztliche Behandlungen und Medikationskosten werden von uns in Höhe von 75% nachzuweisender Kosten erstattet (in Härtefällen 100%). Wegen der großen Entfernung zum nächsten Krankenhaus in der Stadt Mzuzu haben wir vor Ort eine Erste Hilfe Box mit Verbandsmaterial, einem Malariamedikament (Fansida) und Schmerzmittel (Paracetamol) bereitgestellt.

Wir haben bewusst erlaubt, dass auch Menschen aus den umliegenden Dörfern verbilligt Medikamente einkaufen können. Von dem entzündungshemmenden, schmerz- und fierbersenkenden Mittel Paracetamol wurden in wenigen Monaten über 1000 Tabletten verkauft. Der Bedarf ist groß, Alternativen fehlen leider. Damit verantwortungsbewusst mit der Medikation und dem Erste Hilfe Koffer umgegangen wird, hat Ruth Ehret mit 2 Frauen und 2 Männern eine Erste Hilfe Ausbildung zu Dorfgesundheitshelfern durchgeführt.

Seitenanfang


Projekt #03: Decken

Decken Chipunga liegt auf ca. 1400 m Höhe. Im afrikanischen Winter wird es nachts nahezu 0 °C kalt. Wer nur mit einer dünnen Unterlage und auf dem nackten Boden schlafen muss ist natürlich anfällig für Erkältungskrankheiten. Erkältungen sind sehr häufig und bei Vorhandensein einer zusätzlichen Immungeschwäche (AIDS / Malaria) und/oder Mangelernährung entsprechend gefährlich.

Wärmende Decken wurden gekauft und von uns 75% der Kosten übernommen. Einen Eigenanteil von 25% mussten die Familien selber aufbringen. Vor allem die Frauen im CDC haben uns widerholt darum gebeten noch mehr Decken anzubieten. Dem haben wir entsprochen und in zwei weiteren Runden widerholt Decken budgetiert.

Hierzu ein Zitat von Dr. Willi Ehret, unserem Entwicklungshelfer vor Ort:

"Anhand meiner Erfahrungen in GTZ-Projekten kann die Anzahl der Familienmitglieder, die eine Decke benutzen sozusagen als ein Armutsfaktor betrachtet werden. Daher ist die Bitte, weitere Decken verbilligt kaufen zu können indirekt auch ein Indikator dafür, dass es den Familien auf Chipunga schon um vieles besser geht als weiten Bevölkerungsteilen von Malawi. Wenn solche Verbesserungen nachhaltig etabliert werden können, ist der Förderverein auf dem richtigen Weg."

Seitenanfang


Projekt #04: Matratzen

child Nach dem Kauf von warmen Decken (siehe Projekt #3) hat das CDC vorgeschlagen auch den Kauf von Matratzen zu ermöglichen. In einer ersten Welle wurden über 50 Matratzen eingekauft und zu 25% des Einkaufspreises abgegeben.

Es macht ja auch Sinn, sich nicht nur von Oben, sondern auch von Unten her vor der Kälte zu schützen.

Seitenanfang


Projekt #05: Moskitonetze

Flower Neben AIDS erkranken viele Menschen auch an Malaria. In Malawi ist ein bereits gegen die meisten Medikamente resistenter Malaria Stamm verbreitet. Die Gefahr gestochen zu werden ist tagsüber gering. Jedoch ist in den Abendstunden und nachts Schutz nötig. Ein wirksamer Schutz ist ein intaktes Moskitonetz. Da die wenigen vorhandenen Netze meistens löchrig und damit unwirksam sind, hat das CDC zusammen mit dem HC vorgeschlagen, neue Netze zu kaufen und zu einem reduzierten Preis zum verbilligten Kauf anzubieten.

In mehreren Wellen haben wir Moskitonetze eingekauft und zu 25% des Einkaufspreises weiterverkauft. Das Angebot wurde rege angenommen.

Seitenanfang


Projekt #06: Sonnenblumen

das 1. eigene Sonnenblumenöl Ruth und Willi Ehret haben den Familien Sonnenblumensamen kostenlos zur Verfügung gestellt. Es wurde angeboten, die Ernte auf der farmeigenen Presse zu Sonnenblumenöl zu pressen. Das dadurch gewonnene Sonnenblumenöl wurde von den Familien zum Teil verkauft und auch zum Kochen verwendet. Das positive Resultat hat die Zweifelnden angespornt ebenfalls Sonnenblumen anzubauen. Weil jede Familie noch Samen vorrätig hat, muss kein neues Saatgut verteilt werden. Eventuell werden wir dieses nachhaltige Projekt durch die Abgabe von Mineraldünger fördern, um zusätzliche Anreize zu schaffen.

Bilderserie über unser Sonnenblumenprojekt

Seitenanfang


Projekt #07: Süßkartoffeln

Süßkartoffeln Als Nahrungsalternative und Ergänzung zum in der Regel sehr einseitigen Speiseplan (3x täglich Maisbrei) wurden in Absprache mit dem CDC Süßkartoffelsetzlinge verteilt. Mit großem Erfolg: Manche Arbeiter haben bereits 2 Monate nach dem Setzen ihre eigenen Süßkartoffeln gegessen. Da Setzlinge noch für alle Familien verfügbar sind, müssen bis auf weiteres keine neuen Setzlinge verteilt werden.

Die Kontrolle des nachhaltigen Projekts erfolgt durch das CDC. In Absprache mit dem CDC suchen wir nach weiteren Möglichkeiten den sehr düngeintensiven und damit auch teuren Maisanbau zumindest teilweise zu ersetzten bzw. zu ergänzen. Angedacht sind u.a. Bohnen.

Seitenanfang


Projekt #08: Ackergeräte

die eigenen Ackergeräte Um die Arbeit im eigenen Garten zu erleichtern wurden wir vom CDC gebeten, pro Familie eine Hacke und ein Buschmesser anzuschaffen. Die Kosten lagen bei umgerechnet € 3,- pro Set. Die Selbstbeteiligung pro Familie betrug umgerechnet 70 Cent.

Um ferner langfristig vom teuern Mineraldünger weg zu kommen wurde den Arbeitern die Möglichkeit der Kompostierung gezeigt.

Seitenanfang


Projekt #09: Ess-/Kochgeschirr

Sima Zubereitung im neuen Topf Für € 4,70,- wurden jeder Familie ein Kochtopf und 6 Essteller angeboten. Auch hier musste sich jeder Käufer mit 25% am Anschaffungswert beteiligen.

Bei dieser Anfrage kommt es zum ersten Mal zum Tragen, dass unter den 5 Mitgliedern des CDCs 2 Frauen sind. Die Frauen sehen den Bedarf für Artikel zur Verbesserung des täglichen Lebens eher als ihre Männer.

Aus ökologischen Gründen denken wir zur Zeit zudem über die Anschaffung von brennholzsparenden Öfen nach.

Seitenanfang


Projekt #10: Milchziegen

erste Jungziegen Um die ungenügende Milchversorgung der Kinder zu verbessern, wurden Ziegen einer lokal gut angepassten Rasse angeschafft. Der Start erfolgte im Jahr 2006 mit 5 Ziegen und einem Bock. Anfänglich werden 2-4 Jungtiere pro Jahr erwartet. Männliche Jungtiere dürfen von den Besitzern behalten werden, weibliche Jungtiere werden vom CDC an eine neue Familie weiterverteilt. Die Kontrolle von Verteilung und Haltung erfolgt durch das CDC. Durch die Versorgung mit Ziegenmilch und den Fleischbesitz bzw. Fleischverkauf sollten sich die Lebensumstände nachhaltig verbessern.

Das vom CDC angestrebte Ziel ist es, dass in einigen Jahren jede Familie eine eigene Ziege zur Verfügung steht, für die sie letztendlich dann selbst die Verantwortung trägt.

Bilderserie über das Ziegenprojekt

Seitenanfang


Projekt #11: Renovierungsarbeiten

Hausbild Laut CDC benötigen sehr viele Häuser im Dorf auf Chipunga einen neuen Boden. In Vereinbarung mit dem CDC übernehmen wir die Unkosten für Zement, Flusssand und das Gehalt des Maurers. Die Dorfbewohner stellen dafür als Eigenleistung ihre Arbeitskraft zur Verfügung. In einem weiteren Schritt werden die Wände neu mit Kalkfarbe gestrichen.

Weitere Projekte dieser Art werden anhand der anfallenden Bedürfnisse durchgeführt. Dabei ist sehr wichtig, dass solche Ideen immer von den auf Chipunga lebenden Menschen an uns heran getragen werden und nicht umgekehrt.

Seitenanfang


Projekt #12: Wasserversorgung

das bestehende Loch wird vergrössert gemeinsame Anstrengung fertig gefasstes Wasserloch

Während der Trockenzeit holen die Dorfbewohner ihr Wasser alle aus dem gleichen Wasserloch. Das HC hat zur Verbesserung der mangelhaften hygienischen Verhältnisse vorgeschlagen das Wasserloch mit Betonringen einzufassen und den Platz um das Loch zu betonieren. Die Kosten für die Ringform und den Beton haben wir übernommen und die Bewohner ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Geplant ist noch eine schöne Fassung aus Zieglesteinen um das Loch herum zu legen.

Mit den angeschafften Ringformen können in Zukunft weitere Wasserreservoirs und sogar Latrinen gebaut werden. Ein überaus wichtiger Schritt in Richtung Krankheitsprävention.

Seitenanfang


Projekt #13: Verleih von zinslosem Kapital

Schema Kleinstprojekte Der Friedensnobelpreis 2006 ging an Muhammad Yunus, der den Bedarf von Mikrokrediten zur Bekämpfung von Armut in Entwicklungsländern erkannt hat. Solche Mikrokredite werden ohne grosse Sicherheiten vergeben. Dabei haben sich Frauen als am zuverlässigsten erwiesen.

Gemeinsam mit einem lokalen Partner und dem neu geründeten Chipunga Credit Management Committee (CCMC) haben wir ein ähnliches System auf die Beine gestellt. Wir vergeben aber KEINE Kredite im eigentlichen Sinn, sondern verleihen Kapital zinslos.

Die Kosten für das Grundtraining und die Supervision von CCMC und den Frauengruppen werden von uns (GRACE) getragen. Das CCMC fördert pro Frauengruppe Kleinstprojekte mit einem Betrag von jeweils € 33,-. In wöchentlichen Besprechungen mit den Frauengruppen steuert das CCMC die Projekte vollständig in Eigenregie. Die Rückzahlung des Kapitals überwacht die Gemeinschaft und das CDC. Das vorliegende Prinzip hat sich im afrikanischen Raum sehr bewährt kann zur Verbesserung der lokalen Wirtschaft beitragen. Wir hoffen auch in der Region Chipunga...

13/12/07 Konzept für Erdnussanbau

Seitenanfang


Projekt #14: DED-Mitarbeiter - "weltwärts"

Mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) hat sich eine fruchtbare Kooperation ergeben. Für den DED ist unser Hilfskonzept so fördernswert, dass im Rahmen des vorerst als Pilot aufgelegten Kulturaustauschprogramms "Weltwaerts" gleich drei Stellen für Chipunga ausgeschrieben wurden.

Saskia/Bastian/Mareike Besprechung mit Dan Mthuti Seit August 2008 wohnen Saskia, Bastian, Mareike auf Chipunga (Bild ganz rechts) und betreuen über den Zeitraum von 12 Monaten unsere Projekte. Eine Verlängerung dieser Kooperation über ein weiteres Jahr wurde bereits mit dem DED diskutiert. Ein Vorteil für uns und unsere Partner in Malawi ist, dass die DED-Mitarbeiter alle Projekte direkt mitbetreuen und wir im Falle von Problemen sehr schnell reagieren können.

Die Stellenbeschreibungen:
1. Unterstützung / Supervision bei der geplanten Erweiterung der Primarschule
wer: -> ErzieherIn / KindergärtnerIn, LeherIn
2. Verbesserung der Haushaltshygiene, Lebensumstände und Ernährung
wer: -> Abitur mit Interesse an der Aufgabe, ErzieherIn / Krankenschwester
3. Unterstützung in Einführung und Ausbau organischer Anbaumethoden
wer: -> Interesse an Landwirtschaft und organischem Anbau

Audiobeitrag zum Thema Deutschlandradio vom 2. Februar 2009

Seitenanfang


Projekt #15: Erweiterung Grundschule

In Meetings mit wichtigen Vertretern (Chiefs, Group Village Headman, Village Headwoman, Headmaster of Chipunga First Primary School) und lokalen Gruppen (School Committee, Teacher-Parent-Association, Area Development Committee) wurden wir gebeten unsere bisherige, nur auf den kostenpflichtigen Besuch von weiterführender Schulen beschränkte Förderung auch auf den Elementarschulbereich auszudehnen.

Die Anregung war, die bestehende Grundschule durch den Neubau eines zusätzlichen Gebäudes mit zwei Klassenzimmern aufzuwerten und dadurch Räumlichkeiten für alle Klassen zu gewährleisten. Bisher sind für 8 Klassen nur 6 Klassenzimmer vorhanden (für 360 Kinder!).

Vor dem Hintergrund, dass ohne gute Grundschulbildung nicht genügend Schüler für die weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen, haben wir uns entschieden, den Ausbau der Grundschule zu unterstützen. Er gewährleistet die Ausbildung für alle Kinder und verbessert sie gleichzeitig.

Im ersten Schritt haben wir zwei Lehrerhäuser für die Grundschule gebaut:

Rohbau Dez/08 Türstock Lehrerhaus Feb/09

Dadurch war die Schule gegenüber der Schulbehörde in der Position qualifiziertere Lehrer einzufordern. Mit einer privat geführten christlichen Hochschule für Lehrer wurde vereinbart, dass nach dem Bau der beiden Wohnhäuser zwei dort ausgebildete Lehrer an der Chipunga Primary School lehren können. Überdurchschnittlich befähigte und engagierte Lehrer werden dann neben ihren Bildungsaufgaben auch wichtige Kinder- und Jugendarbeit anbieten. Der Bau der beiden Wohnhäuser war ein wirkungsvolles Mittel, um die Behörden davon zu überzeugen den Personalschlüssel der Schule zu erhöhen und die vorgenannten Lehrer in diese unattraktive ländliche Region zu verpflichten. Alle vorstehend genannten Gruppen unterstützen das Projekt durch aktive Mithilfe bei den Bauarbeiten.

Die Deutsche Botschaft in Malawi hat eine Finanzierungshilfe für die Schulerweiterung (2 weitere Klassenzimmer) in Aussicht gestellt (siehe nachfolgendes Schreiben).

05/01/09 Schreiben der Deutschen Botschaft in Malawi
Bilderserie Schulbau

Bauplan der Lehrerhäuser (zum vergrössern bitte anklicken)
Bauplan - zum vergrössern anklicken

Seitenanfang


Projekt #16: HIV-Aufklärungskampagne

Die Angst als HIV-Positiver vom öffentlichen Leben ausgeschlossen zu werden (Stigmatisierung) ist ein grosses Problem in Malawi. Aus diesem Grund lassen sich viele Menschen von vorne herein gar nicht auf den HI-Virus testen. Die Hälfte der Malawi glauben ferner daran, dass HIV-positive Menschen nicht mehr arbeiten dürfen. Hauptsächlich durch Unverständniss oder Ignoranz glauben 24% der Frauen und 16% der Männer dass der Gebrauch eines Kondoms nicht sicher ist. Ein risikoreiches Sexualverhalten ist sehr verbreitet (18% der Männer berichten von auserehelichen Sexualpartnern und 21% der Männer bezahlen Prostituierte). Speziell in den ländlichen Regionen kommt eine meist mangelhafte Ausbildung dazu. Über die Hälfte aller Frauen und ein Viertel der Männer der Altersgruppe 15-19 Jahren berichten, dass sie keinen Zugang zu Kondomen haben, bzw. nicht wissen wie sie dieselben erwerben können.
All diese Fakten zusammen ergeben eine sprichwörtlich tödliche Spirale!

Zusammen mit lokalen Partnern wird auf Chipunga eine Arbeitsplatzkampagne zum Thema HIV/AIDS durchgeführt. Durch eine theaterförmige und dadurch sozusagen bildliche Aufklärung zum Thema Übertragung des HIV und den Möglichkeiten der Verhütung, soll das Bewusstsein der Menschen geschäft werden. Viele wissen schon etwas zum Thema, aber viele haben leider doch nur fragmentale Kenntnisse. Bei der Aufklärung hilft uns die in Malawi tätige Organisation Population Services International (PSI).

Eine kostenlose Beratung und Durchführung von HIV-Tests erfolgen dann auf Chipunga mit Hilfe einer weiteren Organisation, der Malawi Aids Counselling and Resource Organization (MACRO).

Ziel ist es durch diese, in mehreren Sitzungen abgehaltene Kampagne das Verhalten und das Bewusstsein der Menschen zu entwickeln. Gleichzeitig mit der Kampagne werden von einem Team aus Mitarbeitern der Chipunga Farm Richtlinien zum Verhalten der Angestellten auf Chipunga ausgearbeitet. Diese Richtlinien werden für alle Mitarbeiter verbindlich sein und sollen die Entstigmatisierung der Krankheit AIDS fördern (Gleiche Chancen für alle, keine Diskriminierung von HIV-positiven Mitarbeitern, freibwillige aber nicht zwanghafte HIV-Test) und ferner Verhütung, weiterbildende Massnahmen ermöglichen. Eine kostenlose Abgabe von Kondomen wird ebenfalls in Erwägung gezogen. Man darf auf die Entwicklung gespannt sein....

Seitenanfang